Kapellenberg Kupfer
Aromatisch, ehrlich, gesellig.
Typ: Rotbier
Alkohol: 5,3 %vol.
Schaum: grobporig, wolkig und leicht quellend
Farbe: Kupfer und dezent trüb
Aroma: malzig, blumig und leichte Fruchtnoten
Mundgefühl: frisch, weich und schlanker Körper
Antrunk: malzig, sahnig und Beerenfrüchte
Haupttrunk: blumig, Biskuit, grasig, Heu und etwas Honig
Abgang: milde Bittere mit süß malzigem Ausgang
Besonderheit: geschmeidig malziger Ausklang
Verfügbar: momentan leergetrunken, Nachschub Ende 01/2026
Blick auf den Kapellenberg von der Bautzener Landstraße aus vor Großharthau.
Namensgebung
Kommt man die Bautzener Landstraße entlang vom Fischbacher Kreisel in Richtung Bischofswerda, passiert man rechtsseitig vor dem Ortseingang Großharthau den Kapellenberg, an dessen südlichem Fuße sich das Dorf Schmiedefeld befindet. Mit seinen 323,1m Höhe ist er ein weiterer markanter Punkt unserer Arnsdorfer Umgebung und hatte, neben der ehemals darauf um das Jahr 1200 errichteten und namensgebenden Kapelle, Anteil an kriegerischen Auseinandersetzungen im Jahr 1813 während der Befreiungskriege. Er diente mit seinen Steinbrüchen bis in die jüngere Vergangenheit als Lieferant von Baumaterial für zahlreiche Häuser und Straßen.
Wie nun eine Sage wissen will, ruhen im Inneren des Kapellenberges riesige Schätze. In einem umfangreichen Gewölbe stehen große kupferne Braupfannen, die sind alle mit Gold und Edelsteinen gefüllt bis oben an. Von einem graubärtigen Männlein mit spitzem Hute werden diese Schätze bewacht. In Vollmondnächten ist aber der Kapellenberg geöffnet, und wer dann zur rechten Stunde hier vorüberkommt, der kann von daselbst aufgespeicherten Schätzen nehmen, soviel sein Herz begehrt, nur darf er nicht ein Wort sprechen, was ihm auch begegne.
Als noch die Postkutsche am Kapellenberg täglich vorbeifuhr, wurde ein Postillion von jenem grauen Männlein aufgefordert, ihm zu folgen. Er stieg ab und ging mit dem geheimnisvollen Männchen. Bald standen sie vor einer großen Höhle, in der es funkelte und leuchtete. "Nun nimm Dir, soviel du willst!" sprach der kleine Führer. Das ließ sich der Postkutscher nicht zweimal sagen. Er füllte alle seine Taschen mit dem funkelden Golde. Dann ergriff er vor freudiger Erregung des Männleins eiskalte Hand und sprach: "Ich danke dir!"
Da, ein donnerartiger Krach! Das Gewölbe stürzte zusammen, und der Postillion fiel nieder. Bewußtlos lag er am Boden. Als er nach einer Weile wieder zu sich kam und sich erinnerte, was geschehen war, griff er nach seinen Taschen. Die waren wohl angefüllt, aber nur mit Laub und kleinen Steinen. Kopfschüttelnd bestieg er wieder den Kutschbock und fuhr betrübt von dannen. Das graue Männchen ist ihm nie wieder begegnet.
Friedrich Bernhard Störzner: Der Kapellenberg. In: Bornematz, hock uff! (Herausgegeben vom Rat der Gemeinde Arnsdorf). Druck- und Verlagshaus Jena, Oktober 1993, S. 28 f.
Und so wie die Schätze in den kupfernen Braupfannen des grauen Männleins leuchteten, soll auch unser Kapellenberg Kupfer vom Bürgerbräu Arnsdorf einen rötlichen Glanz ins Glas zaubern und nun aber nicht mit Gold und Edelsteinen, sondern dem Schatz ehrlicher Handwerkskunst die Nase und den Gaumen erfreuen.
